
Legenden

Diese Legende erzählte mir ein weiser Georgier
Wir saßen inmitten eines Weingartens, an einem hölzernen Tisch, der mit Steinzeug Krügen und Schalen zugestellt war, aus denen wir den jungen wundervollen Kakhuri aus duftigem Rkatsiteli tranken. Der Zarter Schaschlik, reife Gurken und Tomaten, glänzende Blätter Basilikums verbreiteten ihr betörendes Aroma. Birnen und Feigen dufteten nach Honig. Um uns herum, wie ein silberner Band wachten die verschneiten Berge. Es herrschte Rtweli - Der goldene Herbst, die Zeit der Ernte. Und man konnte gar nicht anderes als der Legende zu glauben?
Vor langer Zeit zwischen den hohen schneeweißen Bergen in den fruchtbaren Weiten - lebte Gott selbst auf der Erde. Er beobachtete aus seinem blühenden Land die menschlichen Stämme, wie sie chaotisch umher wanderten und beschloss in seiner Güte den Menschen je ein Teil der Erde zu schenken. Die Völker versammelten sich und jeder bekam sein eigenes Fleckchen, eine eigene Heimat.
Nur die Georgier kamen zu spät.
Wo seid ihr gewesen, Ihr Sterblichen? zog der enttäuschte Herr die Augenbrauen zusammen. Es ist kein Plätz mehr für euch frei!
Sei uns nicht böse, Herr! verneigten demütig von weißen Haaren gekrönten Köpfe die Ältesten. Wir sind nur deswegen nicht zur rechten Zeit unter deine Augen getreten, weil wir lange Trinkreden zu deinen Ehren gehalten und guten Wein auf deine Gesundheit getrunken haben.
Das ist eine gute Sache, entschied Gott und verziehe die Georgier. Und als ein Zeichen dafür gab er dem Volk seinen eigenen, gesegneten Teil der Erde, das Eden. Seitdem ist es Gottes Bestimmung im Himmelreich über die Menschen zu herrschen. Und die Bestimmung des georgischen Volkes ist es göttliche Weine zu keltern, Gäste an großzügigen Tischen zu empfangen, Lieder zu singen, deren Vielstimmigkeit an die der Engel erinnert, und wohlwünschende Tischreden auszusprechen, von denen fast jede bei Gott Gehör findet. Seit dem macht man immer Wein in Georgien. Denn georgischer Wein und ein Tisch voller Freunden sind keine Sünde vor Gott, sondern Freude an seinem Festmahl.
Du bist der Blühende Weingarten, jung und gütig wächst du in Eden.
Seit dieser Zeit, vielleicht aber auch früher, wächst in Georgien überall wilde Weinrebe auf den Felsen unzugänglicher Schluchten, in dem Dickicht der Wälder und entlang der Ufer der schnellen Flüsse, deren Wasser reiner ist als die Luft. Diese Gotteserde wurde zur Wiege der vitis vinifera die Weingebende Rebe.
Soweit die alte Legende
Und das sind die Fakten.
Wir saßen inmitten eines Weingartens, an einem hölzernen Tisch, der mit Steinzeug Krügen und Schalen zugestellt war, aus denen wir den jungen wundervollen Kakhuri aus duftigem Rkatsiteli tranken. Der Zarter Schaschlik, reife Gurken und Tomaten, glänzende Blätter Basilikums verbreiteten ihr betörendes Aroma. Birnen und Feigen dufteten nach Honig. Um uns herum, wie ein silberner Band wachten die verschneiten Berge. Es herrschte Rtweli - Der goldene Herbst, die Zeit der Ernte. Und man konnte gar nicht anderes als der Legende zu glauben?
Vor langer Zeit zwischen den hohen schneeweißen Bergen in den fruchtbaren Weiten - lebte Gott selbst auf der Erde. Er beobachtete aus seinem blühenden Land die menschlichen Stämme, wie sie chaotisch umher wanderten und beschloss in seiner Güte den Menschen je ein Teil der Erde zu schenken. Die Völker versammelten sich und jeder bekam sein eigenes Fleckchen, eine eigene Heimat.
Nur die Georgier kamen zu spät.
Wo seid ihr gewesen, Ihr Sterblichen? zog der enttäuschte Herr die Augenbrauen zusammen. Es ist kein Plätz mehr für euch frei!
Sei uns nicht böse, Herr! verneigten demütig von weißen Haaren gekrönten Köpfe die Ältesten. Wir sind nur deswegen nicht zur rechten Zeit unter deine Augen getreten, weil wir lange Trinkreden zu deinen Ehren gehalten und guten Wein auf deine Gesundheit getrunken haben.
Das ist eine gute Sache, entschied Gott und verziehe die Georgier. Und als ein Zeichen dafür gab er dem Volk seinen eigenen, gesegneten Teil der Erde, das Eden. Seitdem ist es Gottes Bestimmung im Himmelreich über die Menschen zu herrschen. Und die Bestimmung des georgischen Volkes ist es göttliche Weine zu keltern, Gäste an großzügigen Tischen zu empfangen, Lieder zu singen, deren Vielstimmigkeit an die der Engel erinnert, und wohlwünschende Tischreden auszusprechen, von denen fast jede bei Gott Gehör findet. Seit dem macht man immer Wein in Georgien. Denn georgischer Wein und ein Tisch voller Freunden sind keine Sünde vor Gott, sondern Freude an seinem Festmahl.
Du bist der Blühende Weingarten, jung und gütig wächst du in Eden.
Seit dieser Zeit, vielleicht aber auch früher, wächst in Georgien überall wilde Weinrebe auf den Felsen unzugänglicher Schluchten, in dem Dickicht der Wälder und entlang der Ufer der schnellen Flüsse, deren Wasser reiner ist als die Luft. Diese Gotteserde wurde zur Wiege der vitis vinifera die Weingebende Rebe.
Soweit die alte Legende
Und das sind die Fakten.